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“In der Kultur spielt die ARD die erste Geige”
Ergebnisse einer Studie der ARD zur kulturellen Kompetenz der Hörfunk- und TV-Programme
Eine groß angelegten ARD-Kulturstudie, die in der Fachzeitschrift “Media Perspektiven” veröffentlicht wurde, belegt nun wissenschaftlich, was man durch Zuhören schon erkennen konnte: Die Hörfunk- und Fernsehprogramme der ARD sind ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens in Deutschlands und tragen erheblich dazu bei, dass sich auch breitere Bevölkerungskreise für kulturelle Themen interessieren. In den Privatsender dagegen kommen Programmangebote aus den Sparten Ernste Musik, Kunst, Theater oder Literatur nicht vor; diese programme gelten nach Ansicht des Publikums nicht als kompetent in diesen Bereichen.
Der ARD-Vorsitzende Peter Voß sprach von einem “eindrucksvollen Beleg” dafür, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seiner vom Bundesverfassungsgericht zugeschriebenen “kulturellen Verantwortung” gerecht werde: “Die ARD-Kulturstudie bestätigt frühere Ergebnisse der Medienforschung und belegt, dass die Landesrundfunkanstalten im nationalen wie im regionalen Maßstab als Kulturfaktor unentbehrlich sind. In der Kultur spielt die ARD als Hörfunk- und Fernsehanbieter die erste Geige”.
Die ARD-Kulturstudie besteht aus zwei Teilen: einer Angebotsanalyse, in der die kulturellen Leistungen des öffentlich-rechtlichen Hörfunks und Fernsehens untersucht und mit den Angeboten kommerzieller Veranstalter verglichen werden, und einer repräsentativen Befragung von 1.800 Personen, die das Markt- und Medienforschungsinstitut Enigma, Wiesbaden, im Sommer 1999 durchgeführt hat.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat im Laufe der 90er-Jahre sein Kulturangebot in Hörfunk und Fernsehen deutlich ausgeweitet. Die klassische Hochkultur (Kunst, Theater, Literatur, Oper, Ballett, Ernste Musik) ist nur Bestandteil öffentlich-rechtlicher Hörfunk- und Fernsehprogramme; die kommerziellen Anbieter beschränken sich auf populärere Kultur (wie z.B. Kino-Themen), wenn man einmal von Ausnahmen wie dem “Klassik-Radio” absieht.
Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wird im Vergleich zu den kommerziellen Angeboten in allen Bevölkerungsgruppen mit weitem Vorsprung (50 % zu 17 %) als unentbehrlicher Bestandteil der Kultur in Deutschland gesehen - auch z.B. bei den erlebnisorientierten, die sonst eher eine Präferenz für kommerzielle Sender zeigen.
Als Fazit kann festgehalten werden, dass das Publikum den öffentlich-rechtlichen Anbietern in nahezu allen Kultur-Kategorien eine weit höhere Kompetenz als den Privaten bescheinigt. Der Vorsprung der Öffentlich-Rechtlichen ist bei der klassischen Hochkultur besonders groß. Umso wichtiger ist es, diesen Standard auch in Zukunft zu halten und die kulturorientierten Programme und Sendungen zu pflegen. |