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HR-Radiotag erhält den Hörspielpreis der Kriegsblinden
Für ihr Hörspiel "Unter dem Gras darüber. Erinnerungen an 100 Jahre Deutschland" sind die hr-Autoren Inge Kurtz und Jürgen Geers mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden für das Jahr 1999 ausgezeichnet worden. Die 16-stündige Originalton-Collage lief am 28. November vergangenen Jahres als Radiotag in hr2, der Kulturwelle des Hessischen Rundfunks. Der Hörspielpreis der Kriegsblinden, gemeinsam getragen vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands und der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, gilt als wichtigster Hörspielpreis in Deutschland und wurde zum 49. Mal verliehen. Der Preis wird am 29. Mai im Plenarsaal des Bundesrates in Bonn überreicht. So kurz vor der Jahrtausendwende haben Inge Kurtz und Jürgen Geers mit ihrer Originalton-Collage den Nerv des hr2-Publikums getroffen. In fünfjähriger Recherche trugen sie die Lebensgeschichten von mehr als hundert unbekannten Zeitzeugen aus allen Regionen Deutschlands zusammen. Sie schufen damit, so heißt es in der Begründung der Jury aus Fachkritikern und Kriegsblinden, ein "weit aufgefächertes Epos, das in jeder Minute fesselt und tiefe Erinnerungsschichten freilegt" und damit ein "bewegendes Hörerlebnis".
Hervorgehoben wurde von der Jury die Form des Radiotages, der die herkömmlichen Programmformen "radikal" sprenge. "Wir sehen uns in der Entwicklung der Radiotage, die inzwischen zu einem Markenzeichen von hr2 geworden sind, bestätigt", freut sich die Leiterin der Kulturwelle Angelika Bierbaum. Den Anfang machte am 7. Mai 1995 das 16-stündige Hörstück "Der Krieg geht zu Ende" von Walter Kempowski und Walter Adler. Es folgte im Februar 1999 die Geräusche-Skulptur "Ein Tag in Europa" von Helmut und Heidrun Kopetzky und der "Goethe-Tag" am 28. August. Das Informationsradio hr1 widmete sich im Januar ’99 mit dem "Space Day" einen Tag lang der Raumfahrt und dem Weltall. Christoph Buggert, Leiter der hr-Hörspielabteilung, sieht in dieser Auszeichnung auch die Spiegelung der großen Hörerresonanz, die die Radiotage des Hessischen Rundfunks hervorgerufen haben. Allein zum Radiotag des Autorenteams Kurtz/Geers haben sich mehr als 600 Hörer gemeldet. "Die Hörer mögen es, wenn wir an unseren Radiotagen das Alltagsformat bewusst durchbrechen, und viele wollen ausdrücklich in ihren Hörgewohnheiten gefordert werden. Es gibt nicht wenige, die unsere Radiotage von Anfang bis Ende am Radio verfolgen", erläutert Christoph Buggert. Ein neues Projekt unter dem Titel "Ein Tag in der Stadt" von Helmut Kopetzky ist bereits in Arbeit.
Jürgen Geers (Jahrgang 1947) arbeitet als Hörspieldramaturg und -autor, Inge Kurtz (Jahrgang 1949) als Feature- und Hörspielautorin für den Hessischen Rundfunk. Zusammen wurden sie für das gemeinsam realisierte Hörspiel "Der Meinungscontainer" 1984 mit dem Prix Italia ausgezeichnet. |
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