Home
 Über uns
 KomfortAbo
 Datenbank
 Redaktion
 Datenverkauf

Gedächtnis für Radio und TV: Das Deutsche Rundfunkarchiv

Das Deutsche Rundfunkarchiv ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts und eine Gemeinschaftseinrichtung der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD).  Es wurde 1952 als "Lautarchiv des Deutschen Rundfunks" gegründet, seine Aufgaben aber 1962 um die Dokumentation von Fernsehproduktionen und 1993 um die Verwaltung derArchivbestände des Hörfunks und des Fernsehens der DDR erweitert. Das Deutsche Rundfunkarchiv sammelt, archiviert, erschließt und dokumentiert Bild-, Ton- und Schriftdokumente im Dienste der Rundfunkanstalten sowie einer mit Kultur, Kunst, Wissenschaft, Forschung, Erziehung und Unterricht befaßten Öffentlichkeit.

Mit seinen Datenbanken und mit seinen gedruckten Katalogen übt das Deutsche Rundfunkarchiv eine überregionale Nachweisfunktion für wichtige Produktionen des öffentlich-rechtlichen und in einigen Fällen darüber hinaus des deutschsprachigen Hörfunks und Fernsehen aus. Hörfunkproduktionen sind in einem umfangreichen Gesamtkatalog nachgewiesen, der Auskunft über Studioproduktionen, Konzertmitschnitte, Koproduktionen mit Schallplattengesellschaften usw. gibt. Die Tonaufnahmen selbst befinden sich in den Archiven der Rundfunkanstalten der ARD, bei denen sie produziert wurden. Die Aufnahmen aus der Zeit vor 1945 befinden sich am Standort Frankfurt auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks im "ARD-Hochhaus". Frankfurt ist auch der Sitz des Vorstandes der Stiftung sowie der Verwaltung.

Das DRA Ost bewahrt ein ein Stück DDR-Rundfunkgeschichte:  Der erste Sandmann-Abendgruß von 1959, O-Töne vom legendären 1:0-Tor von Jürgen Sparwasser beim WM-Fußballspiel DDR-BRD 1974 oder alte "Außenseiter - Spitzenreiter"-Kuriositäten - was im DDR-Alltag über den Bildschirm flimmerte oder im Radio zu hören war, wird ab Herbst 2000 in Babelsberg zu finden sein. Nachdem der ORB im Sommer 1998 dafür den Zuschlag bekam, wurde am 2. September 1999 der Grundstein für einen Archivneubau gelegt, den der Sender jetzt für die ostdeutschen Bestände des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) errichtet:

neubau
Foto: ORB

Das Richtfest fand am 9. März 2000 statt, im Herbst soll Einweihung gefeiert werden. Die wertvolle, derzeit in Berlin-Adlershof lagernde Sammlung, umfasst neben Radio- und TV-Produktionen ein Geräuscharchiv, Fotos undDokumente - ein "audiovisuelles Gedächtnis" der DDR-Rundfunkgeschichte. Der kostbare Fundus wird intensiv genutzt- sowohl für TV- und Radioprogramme als auch für wissenschaftliche,kulturelle und Unterrichtszwecke. Als ostdeutscher Sender sieht sich der ORB in besonderer Verantwortung für die Bewahrung und Aufarbeitung des mediengeschichtlichen DDR-Erbes.

Wenn das DRA auch nicht für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt ist (und sich seine Dienste auch gut bezahlen lässt), so kann doch jeder interessierte Hörer ein bißchen an den Schätzen teilhaben: bei den RealAudio-Files mit Ausschnitten aus archivierten Sendungen. Z.B. das Tondokument des Monats - im April: Karl Eduard von Schnitzler, Chefkommentator des Fernsehens der DDR und vor allem bekannt durch seine Propagandasendung "Der schwarze Kanal", kommentiert den Sieg der bundesdeutschen Fußball-Nationalmannschaft im Finale der Weltmeisterschaft 1954 gegen die hoch favorisierte ungarische Elf.

a_a_zurück
a_a_vor