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Funkhaus Europa: 1 Jahr multikulturelles Radio in NRW
Am 5. Mai fand im Ringlokschuppen Mülheim eine große Geburtstagsparty aus Anlaß des einjährigen Bestehens des “Funkhaus Europa” statt: Unter dem Motto "TransPOTTing 103,3" (schließlich befand man sich in einem alten Eisenbahngebäude mitten im Ruhrpott) präsentierten zahlreiche in Nordrhein-Westfalen lebende bekannte Künstler und die bewährten Funkhaus-DJs Sounds aus aller Welt.
Was ist das “Funkhaus Europa” ? In Nordrhein-Westfalen leben Menschen aus über 100 Nationen: Bürgerinnen und Bürger aus den Ländern der EU, Zugewanderte aus der Türkei und Marokko, Deutsche, Flüchtlinge, Aussiedler, Gäste aus allen Teilen der Welt. Unser Alltag ist internationaler geworden, hat viele Sprachen und Farben. Funkhaus Europa auf der Frequenz 103,3 ist die Radio-Adresse für dieses neue Lebensgefühl. Mit Informationen und Musik rund um die Uhr für alle, die an der Vielfalt der Kulturen interessiert sind. Natürlich liefert auch das “Funkhaus Europa” keine Patentrezepte für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Aber es bringt das Gemeinsame und das Trennende, den Spaß und den Frust zur Sprache, bietet Platz für die Erfahrungen des Alltags und für Entwürfe eines Lebens in Toleranz und gegenseitigem Respekt. So öffnet sich für die Hörer der Blick über Grenzen und man erlebt, wie Deutschland und die Deutschen anderswo gesehen werden.
Die Musik in Funkhaus Europa bietet eine Alternative zu gängigen Radioformaten. Sie bietet moderne World Music, wie sie in den Metropolen der Kontinente entsteht: urban, multikulturell, positiv und populär. Wir spielen zeitgemäße und originelle Produktionen, die die Wurzeln in der musikalischen Tradition nicht leugnen, aber durch Zusammenführung von verschiedensten Elementen neue Formen entstehen lassen. Keine "reine Lehre", sondern ein Musikprogramm der Koexistenz, das spielerisch mit Stilelementen umgeht und das- offene Ohren und Toleranz vorausgesetzt- neue Klangwelten erschließt. Tipp: Wer dieses Konzept live erleben möchte, kann sich die "Stimmen der Gypsies" im Rahmen der Ruhrfestspiele anhören: Musik von Hochzeiten, Begräbnissen und anderen Festen, Konzerte mit Fanfare Ciocarlia, Tekameli; mit Coco Schumann, Miguel Poveda, Tarf de Haidouks. Termin: 10.05 - 14-05. Man nennt sie Gypsies, Gitanos, Zingari, Roma, Yiftoi, Sinti oder Zigeuner. Sie waren schon immer der Spiegel unserer Fremden-Liebe, doch lange Zeit war ihre Kultur vergessen. Über die Konzertbühnen und Filmleinwände dieser Welt erlebt ihre Musik zur Zeit eine triumphale Rückkehr. Die Gypsy Kings haben die Rumba Gitana zum Welterfolg geführt, die Carmen-Verfilmung von Carlos Saura dem Flamenco ein neues Publikum erschlossen. Der Swing kehrt als Tanz-Wut made in USA nach Europa zurück und Emir Kusturica und Goran Bregovic setzen dem Balkan Blues in ihren preisgekrönten Kult-Filmen ein Denkmal. Mit "Stimmen der Gypsies" zeigen das junge Forum und die Ruhrfestspiele den Stand der Dinge. |