Begriffe aus der Welt des Radios

Hier entsteht  ein Lexikon mit Fachbegriffen aus Hörfunkjournalismus, -produktion und -technik. Wir wollen erklären, was sich hinter den Worten verbirgt, und Ihnen so den Radiobetrieb ein wenig näher bringen.

Feature
(das), früher auch Hörbild genannt, längere, eigenständige Sendung, die nicht Beitrag einer größeren Einheit ist, und deren Thema über die Tagesaktualität hinausgeht. Ein F. nutzt verschiedene hörfunkspezifische Möglichkeiten wie Text, Geräusche, O-Ton und Atmo, die nach einem dramaturgischen Konzept miteinander in Beziehung gesetzt werden. Dabei sind Akustik und Text gleichermaßen Teil der Information. Auf diese Weise entsteht ein "akustischer Film", dessen O-Ton nicht gestellt, sondern authentisch ist, d.h. die Hörerin/der Hörer erlebt z.B. einen Interviewpartner mit seinen Eigenheiten, Versprechern usw. In einem F. sind subjektive und kommentierende Aussagen des Autors möglich. Die Produktion eines F. ist oft sehr aufwendig (Der O-Ton muss abgeschrieben, die Tonbänder geschnitten und bearbeitet werden), weshalb häufig Koproduktionen zwischen mehreren Rundfunkanstalten durchgeführt werden.
Lit.: Zindel, Udo u. Wolfgang Rein (Hgg.): Radio-Feature. Ein Werkstattbuch. Konstanz: UVK, 1997.

Atmo
(die), Atmosphäre, auch: Ambiance, natürliche Geräusche, die oft in Verbindung mit einem typischen Raumklang dazu verwendet werden, eine Szene zu untermalen (vgl. Jürgen Häusermann, Radio, Tübingen 1997: 65).

O-Ton
(der), Originalton, Teil eines Magazinbeitrags oder Features mit der Funktion eines Zitats. Bestimmt durch Zeit und Ort der Aufnahme sowie die sprechende Person, wird ein O. evt. zusammen mit zusätzlichen Informationen über seine Entstehung in den Text eingebettet. O-Töne gelten als authentisch, sind jedoch ebenfalls journalistisch bearbeitet (vgl. Jürgen Häusermann, Radio, Tübingen 1997: 72 f.).

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Radio

Jingle
(das; engl. = Geklirr, Klirren, Wortgeklirre), Überbegriff für werbende, ankündigende, verbindende oder trennende Kurzproduktionen im Rahmen der Eigenwerbung eines Hörfunkprogramms. In einem engeren Sinn kann man unter J. ein Programmelement verstehen, das Aufmerksamkeit herstellen soll, auf Sender, Frequenz oder Programmteile hinweist, und somit der Hörerbindung dient. Ein J. kann Musik, Wort u. Geräusche in unterschiedlicher Kombination und Gewichtung enthalten, aber auch nur aus einem dieser Teile bestehen. Hinsichtlich der Länge eines J.s gibt es keinen Standard.

Teaser
der, zumeist gesprochener Hinweis auf ein Programmelement kurz vor dessen Sendung. Aufgabe eines T.s ist es, die Hörer zum Weiterhören aufzufordern.

Intro
(das), Programmelement, das vor (oder als Outro nach) einer Programmeinheit gesendet wird und der Kennzeichnung dieser Einheit dient; meist wird im I. der Namen der Programmeinheit genannt.

Outro s. Intro.

Reportage
(die). In einer R. wird ein aktuelles Ereignis, das sich vor den Augen des reporters abspielt, geschildert. Sie wird am Ort des Geschehens auf band aufgenommen oder von dort live gesendet. Hauptbestandteil der R. ist das gesprochene Wort des Reporters, ergänzt durch Interviews und Statements, untermalt von der Atmo. Neben der Live.-R. gibt es die geschriebene u. im Studio verlesene R. sowie die "gebaute" R., bei sich der O-Ton und im Studio produzierte Zwischentexte abwechseln. Die Form der gebauten R. wird für längere Einheiten verwendet (z.B. eine R. über eine Nacht auf einem Polizeirevier), die oft in die Nähe des Feature  rücken.

RDS (= Radio Data Service)
(der) europaweites Verfahren zur Übertragung von programmbegleitenden Daten bei der analogen Radioausstrahlung (z.B. UKW). Die übertragenen Daten werden in sogenannten RDS-Dienstklassen vorab spezifiziert, z.B. Verkehrsdurchsagen (TMC-Traffic Masssage Channel), Programmkennung (PS-Programm Service Name), alternative Frequenzliste (AF-Alternative Frequencies List), Radiotext (RTX bzw. RT) Die Daten können in entsprechenden Empfangsgeräten auf einem Display gelesen werden.

Hörbild s. Feature

Programming
(das), Plannung u. Kontrolle des inhaltlichen Gesamtangebots eines Hörfunkprogramms. Bei kommerziellen Programmen bildet die Marktanalyse die Grundlage des P., bei nicht-kommerziellen P. spielen auch andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. die Berücksichtigung von Minderheiten.

Ü-Wagen
(der), Übertragungswagen, fahrbares, mit aller notwendigen Technik ausgestattetes Hörfunkstudio zur Live-Berichterstattung, wo Telefon und tragbares Tonbandgerät nicht ausreichen (z.B. Sportereignisse).

Schulfunk
(der), Zielgruppenprogramm, das sich in erster Linie an Schülerinnen u. Schüler wendet. In den Anfängen des Rundfunks sollte der S. den gering Gebildeten ein Schulersatz u. den Schülern ein Bücherersatz sein. Dabei wurde vergessen, dass der S. keine Bildungseinrichtung sein kann, sondern nur die hörfunkspezifischen Möglichkeiten einsetzen kann. So werden hist. Ereignisse  als Hörspiel dargestellt, ebenso bedient man sich der Formen des Feature. Heute orientieren sich die S.redakteure einerseits häufig an den Lehrplänen oder kooperieren mit den Schulverwaltungen, andererseits öffnete sich der S. neuen, lehrplanfernen Themen, gewann zunehmend Erwachsene als Hörer und bildet eine Brücke zwischen Schule und Gesellschaft.

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